Zeitzeuginnengespräch mit Eva Szepesi

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150 aufmerksame Zuhörer in der Mainzer Neuen Synagoge

(Mainz – eig. Bericht) „Ein Mädchen allein auf der Flucht“ – so lautet der Titel ihres Buches, aus dem Eva Szepesi an diesem Mittwochabend in der Mainzer Neuen Synagoge einige Passagen vortrug. Wäre die Kapazität der Synagoge größer, wir hätten mehr als doppelt so viele Interessent*innen an diesem Abend unterbringen können, so groß war die Nachfrage.

Ganz besonders erfreut war die Zeitzeugin über die fünf Schulklassen, die sich eingefunden hatten, ist ihr Anliegen doch, insbesondere jungen Menschen ihre Geschichte zu erzählen und sie dazu zu bringen, aufmerksam zu werden gegen Hass und Rassismus.

Als sie über ihr Leben und ihre Flucht als Zwölfjährige berichtete, allein und ohne die Unterstützung vertrauter Familienangehöriger, verbreitete sich aufmerksame Stille im Saal. Fassungslosigkeit einem solchen Schicksal gegenüber, Betroffenheit und nachgefühlter Schmerz lagen in der Luft. Manches Smartphone wurde abgeschaltet ob der fesselnden Erzählung.

Eva Szepesis Tochter Anita Schwarz ergriff nach ihrer Mutter das Wort. Sie schlug den Bogen in die jüngere Vergangenheit und in die Gegenwart, berichtete über ihre Kindheit in der Präsenz der grauenvollen Vergangenheit. Sie sprach auch über die jahrzehntelange Unfähigkeit ihrer Mutter, über das Erlittene überhaupt zu sprechen. Erst ihre Kinder, die Enkel Eva Szepesis, konnten mit gebührendem Abstand auf die Familiengeschichte schauen.

Viele interessierte und kluge Fragen wurden anschließend aus dem Publikum gestellt, deren Beantwortung den beiden Rednerinnen manchmal Tränen in die Augen trieb. Noch einmal musste manche*r im Saal tief durchatmen.

Nach gut zwei Stunden – und während Eva Szepesi viele Exemplare ihres Buches signierte – führte das ebenfalls anwesende SWR-Fernsehen noch Interviews mit Gästen, von denen sich viele dankbar für den Abend und mit sehr positiven Rückmeldungen an die Organisatoren wandten.

Genau wie die Mainzer Erinnerungswochen sind auch die Ausklänge der Veranstaltungen im Mainzer Weinhaus Wilhelmi schon zu einer kleinen Tradition geworden. Hier lassen wir regelmäßig die Abende nochmal „Paroli laufen“ und bewirten unsere Gäste mit regionalen Speisen und Getränken in lockerer Mainzer Weinstubenatmosphäre. So auch an diesem Abend, den der Enten-Coach dazu nutzte, Eva und Anita sowohl den Entenschal umzuhängen als auch die handgefertigte Ente mit dem Turban auszuhändigen. Ein schöner Abschluss allemal.

Das SWR Fernsehen berichtete zwei Tage später in der „Landesschau Rheinland-Pfalz“ über diesen Abend. Die Reportage kann hier bei uns und auf der Webseite des SWR Fernsehens angesehen werden.

You’ll never watschel alone!

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